Heizöl im langfristigen Vergleich günstiger
Obwohl die Ausgaben für Strom und Heizung in den vergangenen Jahren generell für alle Verbraucher gestiegen sind, kommt beim Thema Preisentwicklung ein Brennstoff in der öffentlichen Wahrnehmung besonders schlecht weg: das Heizöl. Das liegt vornehmlich an der Fokussierung auf die prozentualen Preissteigerungen der verschiedenen Heizenergien. Tendenziell haben sich alle Energien mit Marktbedeutung in den vergangenen 15 Jahren verteuert und lagen zuletzt auf ähnlichem Preisniveau. Da jedoch Heizöl im Vergleich zu Erdgas, Fernwärme und Flüssiggas früher besonders günstig war, fallen die Preissteigerungen in Prozent hier höher aus. Ein Blick auf die tatsächlichen Kosten für Heizenergie in diesem Zeitraum ergibt ein anders Bild.
Nach einer IWO-Berechnung musste ein Ölheizer im 15 Jahres-Zeitraum von 1999 bis 2013 bei einer jährlichen Abnahmemenge von 3.000 Litern insgesamt 25.500 Euro für Heizöl ausgeben. Für die entsprechende Energiemenge Erdgas fielen im gleichen Zeitraum 27.500 Euro an. Haushalte, die mit Fernwärme oder Flüssiggas beheizt werden, mussten mit rund 30.000 Euro bzw. 37.000 Euro sogar noch tiefer in die Tasche greifen.
Langfristige Prognosen zu künftigen Preisen lassen sich aus der Betrachtung der bisherigen Entwicklung jedoch nicht ableiten. Die Kostenentwicklung des Heizöls orientiert sich am komplexen Zusammenspiel aus politischen und wirtschaftlichen Faktoren. „Daher sind Prognosen zur stetigen Verteuerung von Heizöl immer mit Vorsicht zu genießen“, sagt IWO-Experte Jörg Franke.
Modernisierung ist der beste Spartipp
Der Mineralölhandel hat im Übrigen nur einen geringen Einfluss auf die Preisgestaltung, da sich der Endpreis zu über 95 Prozent aus dem internationalen Rohölpreis und Steuern zusammensetzt. Verbraucher profitieren dennoch vom Wettbewerb der rund 3000 Heizölanbieter, indem sie günstige Marktlagen ausnutzen – zumal Liefertermin- und Menge grundsätzlich frei wählbar sind. Das gilt auch bei so genannten Wärmeabos, die inzwischen ein Großteil der Lieferanten im Angebot hat. Dabei werden die Kosten einer Heizöllieferung auf monatliche Beiträge verteilt, sodass das Auffüllen des Tanks nicht auf einen Schlag bezahlt werden muss. Besitzer einer Ölheizung sind aufgrund des eigenen Tanks deutlich unabhängiger und flexibler als Wohneigentümer, die mit leitungsgebundenen Energien heizen. Bei Heizöl fällt überdies keine Grundgebühr für den Energiebezug an.
Am meisten sparen lässt sich unterm Strich aber mit einer Heizungsmodernisierung. Laut einer Erhebung des IWO lässt sich der Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent senken, wenn der alte Standardheizkessel gegen ein modernes Brennwertgerät ausgetauscht wird. Als Hybridlösung mit der zusätzlichen Einbindung einer Solaranlage sind sogar bis zu 40 Prozent Einsparung möglich. „Je geringer der Verbrauch, desto weniger fallen Preisschwankungen ins Gewicht“, unterstreicht auch Experte Franke. Mehr zum Heizölpreis und den Möglichkeiten, Energie zu sparen unter www.oelheizung.info.
IWO, 2014