Aktuelles

August 2012

Energetische Sanierung: Heizung vor Dämmung

Modernisieren mit System

Eine energetische Haussanierung kann auch in mehreren Etappen erledigt werden. Große Einsparungen gibt es, wenn zuerst die alte Heizung ausgetauscht wird.

Wer es zuhause warm haben will, muss künftig tiefer in die Tasche greifen – den Eindruck haben zumindest immer mehr Haus- und Wohnungsbesitzer. Dabei lässt sich dieser Entwicklung aktiv entgegensteuern. Einmalige Investitionen in energetische Sanierungsmaßnahmen senken den Verbrauch und somit die Heizkosten. Die typischen Schwachstellen vieler älterer Wohnhäuser sind veraltete Heiztechnik und eine unzureichende Dämmung von Dach und Fassade. Auch durch ältere, schlecht isolierte Fenster und Außentüren geht Energie verloren.

© IWO

Die komplette Modernisierung bringt natürlich die größten Einsparungen, ist für die meisten Eigentümer aber finanziell nicht zu stemmen. Gute Ergebnisse lassen sich allerdings auch mit Einzelmaßnahmen erreichen. Doch mit welchem Schritt sollte man beginnen? Oft wird empfohlen, zunächst den grundsätzlichen Wärmebedarf mithilfe einer wirksamen Dämmung der Gebäudehülle zu verringern und danach erst die Heizung zu erneuern. Das klingt logisch, ist aber nicht unbedingt sinnvoll, wie eine Auswertung mehrerer Gebäudesanierungen durch das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) belegt. Denn im Kosten-Nutzen-Verhältnis liegt die Heizungsmodernisierung ganz weit vorn.

Die Auswertung ergab, dass eine neue Öl-Brennwertheizung in Kombination mit einer Solaranlage den Energiebedarf um durchschnittlich 38 Prozent senkt. Der Kostenpunkt dieser Investition liegt bei rund 22.000 Euro. Zum Vergleich: für Dach- und Fassadendämmung müssen jeweils etwa 21.000 Euro in die Hand genommen werden, während die Einsparungen nur 14 beziehungsweise 18 Prozent betragen. Eine Dämmung der Kellerdecke schlägt zwar nur mit 4.000 Euro zu Buche, reduziert den Energiebedarf aber lediglich um acht Prozent. Durchschnittlich 17.000 Euro werden beim Austausch von Fenstern und Außentüren fällig, womit sich sieben Prozent einsparen lassen. Rechnerisch zahlen sich demzufolge, je nach Energiepreis, die Kellerdeckendämmung und der Einbau einer neuen Heizung am schnellsten aus. Letztere hat sich nach zehn bis 16 Jahren amortisiert.

Neben diesen wirtschaftlichen Aspekten gibt es aber auch physikalische Gründe, die für den Heizungsaustausch als erste Sanierungsmaßnahme sprechen. Denn wenn eine verbesserte Dämmung den Wärmebedarf des Hauses reduziert, sinkt die ohnehin niedrige Effizienz des veralteten Heizkessels noch weiter. Der Grund: das Heizgerät muss für das Gebäude weniger Nutzwärme bereitstellen. Trotzdem wird bauartbedingt bei alten Kesseln das Wasser auf einer konstant hohen Temperatur gehalten. Das sorgt für gleichbleibend hohe Kesseloberflächentemperaturen und daraus resultierende Wärmeverluste an den Heizungsraum. Die erzeugte Menge tatsächlich genutzter Wärme reduziert sich zwar durch die bessere Gebäudedämmung, die Verluste des Kessels bleiben aber etwa gleich. Folglich verringert sich seine Effizienz.

Moderne Brennwertgeräte hingegen passen ihre Kesselwassertemperatur automatisch und uneingeschränkt den Gegebenheiten an. Sie sind zudem sehr gut gedämmt. Sinkt der Wärmebedarf des Gebäudes, verringern sich die ohnehin geringen Wärmeverluste moderner Brennwertgeräte im gleichen Maße. Die Kesseleffizienz bleibt daher erhalten.

IWO, 2012

August 2012

Energetische Sanierung mit Fördergeldern

Alle Möglichkeiten ausschöpfen

Energiesparen ist der häufigste Grund für Sanierungen. Finanzielle Unterstützung gibt es dabei nicht nur von staatlicher Seite. Eine zusätzliche Förderung erhalten Modernisierer mit etwas Glück von der „Aktion Energie-Gewinner“.

Der Entschluss, das eigene Haus zu modernisieren oder zu sanieren, kann verschiedene Beweggründe haben – angefangen beim Um- oder Anbau aus Platzgründen über den Wunsch nach mehr Komfort bis hin zu dem Ziel, langfristig Energie zu sparen. Letzteres trifft laut einer Umfrage der Landesbausparkassen (LBS) am häufigsten zu. Drei von vier befragten Hauseigentümern, die eine Modernisierung durchgeführt haben oder planen, geben die Senkung der Energiekosten als wichtigsten Grund an. Das überrascht nicht, handelt es sich dabei schließlich um eine Investition, die sich unmittelbar bezahlt macht.

© IWO

Wer sein Haus energetisch auf Vordermann bringen will, ist finanziell nicht auf sich allein gestellt. Staatliche Zuschüsse und Förderungen gibt es beispielsweise von der KfW-Förderbank oder vom Marktanreizprogramm (MAP) des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Was allerdings nur die Wenigsten wissen: es gibt auch Unterstützungsmöglichkeiten aus der Wirtschaft, die zusätzlich zu den staatlichen Programmen genutzt werden können.

Dazu zählt beispielsweise der Modernisierungswettbewerb „Aktion Energie-Gewinner“ des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). Hier hängt die Zuschusshöhe nicht von einer Vielzahl verschiedener Bestimmungen und Vorschriften ab, sondern richtet sich ausschließlich nach der erzielten Energieeinsparung. Je mehr gespart wird, desto höher fällt also die Unterstützung aus – insgesamt bis zu 50 Prozent der Investitionskosten. Damit sollen vor allem kosteneffiziente Sanierungen gefördert werden. Entscheidend ist, dass das Haus nach der Sanierung überwiegend ölbeheizt ist und dass mindestens ein Drittel Energie eingespart wird – egal ob durch eine Heizungserneuerung, die Einbindung regenerativer Energien oder eine Komplettsanierung.

Modernisierer können sich direkt bei IWO als „Energie-Gewinner“ bewerben. Eine Fachjury wählt jedes Quartal eine begrenzte Anzahl vorbildlicher Projekte unter den Einsendungen aus. Die Aktion läuft noch bis Ende 2014. Details gibt es im Internet unter www.oelheizung.info/energiegewinner.

IWO, 2012

Juni 2012

Nach energetischer Sanierung: Heizölbedarf sinkt um 73 Prozent

Mit kompetenter Beratung zum Erfolg

Ein Zweifamilienhaus in Kaiserslautern wurde für 140.000 Euro energetisch saniert, wodurch das Haus jetzt Neubau-Niveau erreicht. Ein Drittel der Summe stammte aus Förderprogrammen wie der IWO-Aktion „Energie-Gewinner.“

Über 5.000 Euro Heizölkosten im Jahr – das war einfach zu viel für Familie Henrich aus Kaiserslautern. Um den Energieverbrauch in ihrem fast 40 Jahre alten Zweifamilienhaus zu senken, fasste sie einen Fensteraustausch und eine Heizungserneuerung ins Auge. Eine umfassende Beratung durch einen Fachplaner führte aber schließlich zu der Entscheidung für eine energetische Komplettsanierung.

Die gesamten Modernisierungsarbeiten dauerten nur fünf Monate und sorgten dafür, dass der Heizölbedarf um ganze 73 Prozent sank. Ein modernes Öl-Brennwertgerät ersetzte den alten Niedertemperaturkessel und teilweise wurden neue Plattenheizkörper eingebaut. Zur Heizungsunterstützung und Wassererwärmung montierten Fachhandwerker eine Solaranlage von knapp 14 Quadratmetern auf dem Dach. Ein zentraler Wärmespeicher im Keller nimmt die Wärme auf, die von den Solarkollektoren und der Ölheizung bereitgestellt wird, und speist sie bei Bedarf in den Heizkreislauf ein.

© IWO

Damit die Wärme auch im Haus bleibt, packte man die bisher ungedämmten Außenwände in ein 16 cm starkes Wärmedämmverbundsystem ein und überzog die Kellerdecke mit 10 cm dicken Polystyrolplatten. Das Dach wurde komplett neu gedeckt und ebenfalls mit einer neuen Dämmung versehen. Darüber hinaus ließ die Familie das Dachgeschoss umbauen, so dass sich der Wohnraum zugunsten einer großen Dachterrasse verkleinerte. Neue Fenster und Außentüren verhindern Wärmeverluste an diesen ehemals kritischen Stellen der Gebäudehülle.

Die umfangreichen Arbeiten zur Verbesserung der Energiebilanz nutzten die Eigentümer, um das Haus gleichzeitig auch optisch aufzuwerten. Weißer und grauer Putz an den Fassaden sorgt nun für ein modernes Aussehen. Durch den Umbau des Dachgeschosses erhielt der Baukörper eine völlig neue Form, die zeitgemäße Architektur ausstrahlt und kaum noch erkennen lässt, dass das Haus bereits 38 Jahre alt ist.

Mit der Entscheidung, nicht nur Fenster und Heizung zu erneuern, sondern komplett zu sanieren, ist Familie Henrich im Nachhinein sehr zufrieden. „Wir verbrauchen so gut wie kein Öl mehr und fühlen uns deutlich wohler als früher“, fasst der Bauherr zusammen. Ausschlaggebend für den Entschluss waren nicht nur das enorme Sparpotenzial, sondern auch die zahlreichen Fördermöglichkeiten.

IWO, 2012

Juni 2012

Funktionstüchtig ist nicht gleich leistungsfähig

Alte Heizkessel verschwenden Geld und Energie

Funktioniert die Heizung, besteht kein Sanierungsbedarf – so die verbreitete Ansicht unter deutschen Hausbesitzern. Dabei vergeuden störungsfrei laufende Altanlagen häufig sehr viel Energie.

Eine Erneuerung der alten Heizungsanlage spart Energie und Geld. Das scheinen die meisten Wohneigentümer auch zu wissen. Laut einer aktuellen Emnid-Umfrage unter 1.000 Hausbesitzern in ganz Deutschland versprechen sich von einer entsprechenden Modernisierung 94 Prozent eine langfristige Heizkostensenkung. Dennoch geben mit 87 Prozent fast genau so viele an, keinen Grund für eine Sanierung zu sehen, da die alte Anlage noch verlässlich ihren Dienst verrichtet.

© Lore Bark

Dieser Widerspruch zeigt, dass sich die Mehrheit der Hausbesitzer nicht über den Energiehunger einer veralteten Heizung im Klaren ist. Eine Anlage, die störungsfrei läuft, ist nicht zwangsläufig besonders leistungsfähig. Auch die regelmäßigen Messungen des Schornsteinfegers sagen nichts über die Energieeffizienz aus. Einen besseren Anhaltspunkt bietet beispielsweise das Alter des Heizkessels. So entsprechen praktisch alle vor 1985 installierten Kessel bei weitem nicht mehr dem Stand der Technik und sollten nach der Meinung der Fachleute des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) dringend ausgetauscht werden. Auch Anlagen, die noch mit konstanter Vor- und Rücklauftemperatur arbeiten, gelten als Energieverschwender. Ebenfalls bedenklich ist es, wenn im Heizraum im Winter über 20 °C herrschen. Denn solche Temperaturen entstehen, wenn der Kessel zu viel Wärme abstrahlt.

Die deutlichste Sprache sprechen die Zahlen: Bei einer alten Ölheizung gehen ungefähr 32 Prozent der erzeugten Energie durch Abgase, Oberflächenstrahlung und Auskühlung bei Stillstand verloren. Was das kostet, haben Heizgerätehersteller in bare Münze umgerechnet, und zwar unabhängig vom jeweiligen Heizöl- oder Gaspreis. Um für 100 Euro zu heizen, müssen demnach 147 Euro in eine alte Heizung gesteckt werden. Moderne Brennwertgeräte können diesen Schwund nahezu vollständig auffangen. Das liegt unter anderem an der ausgeklügelten Technik, welche die im Abgas enthaltene Energie für Heizzwecke nutzt. Dadurch wird die Energie, die im Heizöl steckt, fast vollständig in Wärme umgewandelt.

Wer anstatt eines Standardkessels einen nicht zu alten Niedertemperaturkessel betreibt, kann die Verluste durch regelmäßige Wartung und einen hydraulischen Abgleich in Grenzen halten. Im Vergleich zum Brennwertgerät gehen dann aber immer noch etwa 10 Prozent der erzeugten Wärme verloren. Um die am besten geeignete Lösung zu finden, empfiehlt sich in jedem Fall ein Beratungstermin mit dem Fachhandwerker.

IWO, 2012

Juni 2012

Kombination aus Ölheizung und Solaranlage liegt im Trend

Mit wenig Geld zu großen Einsparungen

Ölheizungen werden häufig mit Solaranlagen kombiniert. Vorteile für Hausbesitzer liegen in den überschaubaren Investitionskosten, hohen Energieeinsparungen und einer schnellen Installation.

Wer heutzutage sparsam heizen will, hat je nach Ausgangslage verschiedene Optionen. Bestehende Heizungsanlagen lassen sich mit einer Solaranlage oder einem Kaminofen aufrüsten. Veraltete Heizkessel können gegen effiziente Brennwerttechnik ausgetauscht werden. Bei der Entscheidung sollte nicht nur die Energieeinsparung berücksichtigt werden, die sich mit den verschiedenen Varianten der Heizungsoptimierung erzielen lässt. Entscheidend ist ebenfalls die Summe, die zunächst investiert werden muss. Denn nur so lässt sich erkennen, wie schnell sich die Sanierung amortisiert.

© IWO

Besonders beliebt sind Hybridheizungen, die fossile und erneuerbare Energien kombinieren. Bei der Einbindung von Solarthermie verzeichnet die Ölheizung einen vergleichsweise hohen Anteil. Das geht aus einer groß angelegten Umfrage des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) im Heizungs-Fachhandwerk hervor. Danach wurde 2011 fast die Hälfte aller Solaranlagen, die eine bestehende Heizung ergänzen, einer Ölheizung zugebaut. Und jeder Zweite, der sich im vergangenen Jahr im Rahmen von Neubau oder Modernisierung ein neues Öl-Brennwertgerät anschaffte, installierte zusätzlich eine Solarthermieanlage.

Das ist kein Zufall, sondern die Auswirkung der Vorteile, die sich aus einer Kombination aus Öl- und Solartechnik ergeben. Wer beispielsweise seine alte Ölheizung durch ein modernes Brennwertgerät ersetzt und zusätzlich eine Solaranlage zur Trinkwassererwärmung installieren lässt, kann seinen Energieverbrauch um bis zu 40 Prozent senken. Da die Investitionskosten im Vergleich zu anderen Modernisierungsmaßnahmen mit durchschnittlich rund 12.750 Euro verhältnismäßig moderat ausfallen, rechnet sich die Modernisierung je nach Höhe des Energiepreises nach zehn bis 16 Jahren. Soll die Solarenergie auch zur Heizungsunterstützung genutzt werden, erhöht sich die Investition um durchschnittlich 7.000 Euro. Dadurch lässt sich der Verbrauch jedoch noch weiter senken.

Die Installation ist schnell erledigt: Nach spätestens zwei Tagen ist alles eingerichtet und Warmwasser steht in der Regel schon am ersten Tag wieder zur Verfügung. Ohne Stress und zu überschaubaren Kosten kommen Hausbesitzer somit in den Genuss eines flexiblen, sparsamen und umweltschonenden Heizungssystems.

IWO, 2012
Seite 25 von 27

Folgen Sie uns

Laden Sie unsere Apps

Geben Sie Ihre PLZ ein oder wählen Sie direkt Ihren Standort

Ihre PLZ
Ihr Standort
arrow_upward